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Südafrika
#11
@tgemmer,
vorab, schöner Bericht ThomasWink, hab Dank, denn es macht Lust auf mehr Smile!
An Deiner Stelle würde ich bleiben, denn das Wetter ist hier so "schön" das gestern sogar der Diesel im Auto geflockt hat.
Sprich gefühlte Minus 20 Grad entsprechen sicher nicht der aktuellen Temperatur in SüdafrikaSmile.

Grüße,
Wolfgang
Lieber ein schöner Tag auf dem Golfplatz - als ein schlechter Tag im Büro
[Bild: 0684761001456433828.png]
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#12
So, heute nach der Ankunft in Port Elizabeth noch eine schnelle 9-Loch-Runde im Golfclub Port Elizabeth gespielt. Der eigentlich von mir favorisierte Humewood Golfclub war leider wegen Platzpflegemaßnahmen gesperrt, so wichen wir nach kurzer Recherche zum nahegelegenen Port Elizabeth Golf Club aus. Dieses ist der zweitälteste Golfclub Südafrikas, und das merkt man ihm auch an.

Im Eingangsbereich hängt ein leicht vergilbtes Photo von Gary Player. Wahrscheinlich hat er hier mal eine neue Bahn eröffnet oder die Patenschaft für das Puttinggrün übernommen. Daneben hängen die leicht verblassten Holztafeln mit den Namen der vergangenen Clubmeister. Die Driving Range ist etwas verschämt in der Nähe der Einfahrt untergebracht. Der uns sonst in Südafrika so willkommene Full-Service fehlt hier vollkommen, das ist dann eine erste Vorbereitung auf das Spielen in Deutschland.

Der Platz selber könnte eigentlich ganz nett sein, wäre der Zustand der Fairways etwas besser. Natürlich war der Sommer sehr lang und trocken, alle anderen Plätze haben das aber besser hinbekommen. Die Grüns, da kann man nicht meckern, waren tadellos. Bei den verlangten Greenfees von ca. 25€ für 18 Loch (und ca. 30€ für 2 x 9 Loch + Cart) ist aber wahrscheinlich auch zu den südafrikanischen Billiglöhnen für Greenkeeper nicht mehr drin.

Trotzdem nochmal eine nette kleine Abschiedsrunde, bevor es morgen wieder zurück geht.

Wenn ich (in einigen Wochen) meine ganzen Aufnahmen etwas gesichtet habe, dann werde ich noch mal einen zusammenfassenden Bericht mit etwas mehr Details auch zu außergolferischen Aktivitäten einstellen.
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#13
Nachdem ich jetzt einen Teil der Bilder gesichtet habe, hier noch mal ein Gesamtbericht zu unserem Südafrikaurlaub:

2014 war unsere Tochter für 6 Monate in Stellenbosch. Damals hatten wir es nicht geschafft, sie dort unten zu besuchen, aber seit dem war Südafrika als Urlaubsziel auf unseren Radarschirm gekommen. Das meine Frau und ich seit 2015 auch Golfen, hat das ganze natürlich noch etwas bestärkt. Der Urlaub sollte aber kein reiner Golfurlaub werden, Sightseeing und Safaris sollten durchaus ihren Platz finden. Einige Runden hatten wir aber fest eingeplant. Startzeiten hatte ich auf Anraten einiger erfahrener Südafrika-Golfer schon im November 2017 gebucht, aber schon da waren Startzeiten teilweise schon recht knapp! Geplant waren:

1. Clovelly Country Club
2. De Zalze Golf Club
3. Pearl Valley
4. Pinnacle Point und 
5. Simola

Insbesondere auf Pinnacle Point war ich schon sehr gespannt! Da wir einen ziemlich strikten Reiseplan hatten und in der Regel nicht mehr als 2 Tage an einem Ort waren, wollte ich mich auch nicht auf kurzfristig verfügbare Startzeiten verlassen

Ziel war zunächst einmal Kapstadt und Stellenbosch. Von dort aus ging es dann die Garden Route entlang bis nach Port Elizabeth, von wo wir wieder zurück geflogen sind.

Kapstadt war zur Zeit insofern etwas problematisch, als das dort seit drei Jahren die schlimmste Trockenheit herrscht. Es ist der „water restriction level 6b“ ausgerufen, daß bedeutet pro Person und Tag nur 50l Wasser. Trotzdem wird der „day zero“ momentan für May 2018 vorhergesagt. Den haben wir natürlich nicht mehr mitbekommen, die Vorstellung aber, daß so ein Tag real droht ist schon etwas befremdlich. Auf einer der Südafrika-Touristen-Seiten wurde aber erklärt, daß Touristen selbst in der Hochsaison nur ca. 1% der Bevölkerung stellen würden und sie daher, solange sie sich auch an die Beschränkungen halten, weiterhin willkommen seien.

Vor Ort waren die "Empfehlungen" zum Wassersparen schon recht deutlich spürbar. Duschen sollte man auf maximal 1 Minute beschränken, "it it's yellow, let it mellow, if it's brown, flush it down" war das Motto für die Toiletten. In einigen öffentlichen Toiletten stand auch der Hinweis, daß man nicht spülen solle, da regelmäßig jemand vorbeikommen und eine Sammelspülung machen würde. In einem Restaurant in Strandnähe waren Eimer mit Meerwasser platziert, um damit zu spülen. Auch wurde gebeten, auf das Händewaschen zu verzichten und stattdessen nur ein Desinfektionsmittel zu verwenden. Unser Hotel in Stellenbosch bot auch nur "wasserschonende" Menüs an, Stoffservietten, die gewaschen hätten werden müssen, wurden durch Papierservietten ersetzt.

Wir sind mit SAA  über Johannesburg geflogen, die Golfgepäck noch kostenlos mitnehmen. Die Beinfreiheit in der Economy war überraschend gut, das Gepäck kam ohne Verzögerung und Beschädigung an, das Unterhaltungsprogramm aber quali- und quantitativ eher bescheiden. In Summe aber ganz OK. Nur unser Abflug in München wurde Aufgrund eines Staus an der Enteisungsanlage um 4 Stunden verzögert, das bedeutete natürlich, daß der Anschlussflug in Johannesburg schon weg war und wir den ersten Nachmittag verloren. Schade.

In Kapstadt(eigentlich in Cambs Bay)  haben wir im Blue Waters Guest House gewohnt.  Sehr schönes Haus mit vier Gästezimmern, sehr leckeres Frühstücksbuffet, und, da unserer Gastgeber im Garten einen eigenen Brunnen gebohrt hatten, war der Pool gefüllt und hat mir en Verzicht auf's morgendliche Duschen sehr erleichtert. Cambs Bay ist wohl eine recht sichere Gegend, in der man auch nachts zu Fuß laufen kann. Sicherheit ist halt ein Thema, daß man in Südafrika leider immer im Hinterkopf behalten muß.

Neben dem üblichen Programm (Tafelberg, Cape of Good Hope, Botanical Garden, etc.) war auch eine Runde im Clovelly Country Club geplant. Ein wunderschöner Platz. Laut eigener Aussage wiederholt zum beliebtesten Platz Südafrikas gewählt worden. Da ich die meisten anderen südafrikanischen Plätze natürlich nicht kenne, kann ich das nicht beurteilen, aber sehr schön war er schon. Und auch professional organisiert. Per Lautsprecher kündigte der Starter immer die Spielergruppen an, die von Tee1 oder Tee 10 starten sollten. 

Die Greenfee belief sich auf ca. 68€ für einen wirklich guten Platz. Ich muß dazu schreiben, daß ich alle Plätze schon im letzten Herbst von Deutschland aus gebucht hatte. Insofern habe ich auch keine speziellen Greenfee-Angebote und Sparportale genutzt, sondern immer das reguläre Greenfee bezahlt.

Da die Lohnkosten für gewisse Arbeiten hier wohl recht niedrig sind, waren auch zahlreiche Greenkeeper im Einsatz, die sich durch unser Spiel auch kaum stören liesen. Das Beste war aber der Greenkeeper, der auf einer Enduro über den Platz sauste. :-)

Trotz der allgemeinen Trockenheit hier war der Platz in einem Superzustand. Tadellose Fairways, schnelle und einwandfreie Greens. Lediglich der ein oder andere Teich lag etwas trocken. Dieser Club hat wohl einen eigenen Brunnen und kann daher den Platz weiter bewässern.

Da wir nicht vor 6 Uhr aufstehen wollten, die Fahrt von Kapstadt aber auch eine gute 3/4-Stunde dauerte, war nix mit Einspielen. :-( Das hatte auch gleich zur Folge, daß ich auf der ersten Bahn zwei Bälle verschlug. Danach lief das zumindest besser, kein weiterer Ballverlust mehr. :-)
Nur das Putten war eine Katastrophe. Seit 4 Monaten keine Sommergrüns mehr, ungewohnt schnelle Grüns. Zum Schluß habe ich das Putten dann sein gelassen und auf der 8 (unserer 17, da auf der 10 gestartet) das mit dem Chip-In angefangen.

Wir waren mit zwei Einheimischen zusammen unterwegs, die uns etwas im Course Management unterstützen konnten.  Ich habe den Platz von weiß gespielt (hier war Gelb der Champions-Abschlag). Daher hatte der Platz mit 5,500m auch einige Par 4 für mich, deren Grüns ich mit dem zweiten Schlag erreichen konnte (oder können müsste ;-) ). Besonders begeistert war ich auch von meiner Frau, die mit ihrem neuen 6er Eisen alle begeisterte!

Von Kapstadt ging es weiter nach Stellenbosch. Dort nächtigten wir dreimal im Devon Valley Hotel, was den Vorteil eines dazugehörigen Weinguts hatte, so daß zumindest einmal die Autofahrt nach dem Wine Tasting entfiel. Hier (und einen Tag vorher in einer Tapas Bar bei Kapstadt) hatte ich das beste Essen, vielleicht nicht aller Zeiten, aber seit sehr langem!

Von Stellenbosch aus haben wir zweimal gespielt. Die erste Runde auf dem Pearl Valley Golf Course. Dieser Platz ist Teil eines Real Estate, also im Prinzip einer Gated Community, wie sie in Südafrika des Öfteren zu finden ist. Neben Greenfees werden also auch Immobilien angeboten, die irgendwo zwischen 5 und 15 Millionen RND liegen. Der Platz ist von Jack Nicklaus designt, leider kann ich nicht mit Informationen dienen, welche Charakteristika ein solcher Platz im allgemeinen hat. Das Clubhaus war ziemlich mondän, unsere Golfausrüstung wurde schon am Parkplatz in Empfang genommen und, während wir eincheckten, auf's Cart geladen. Dieses war mit entsprechenden Namenschildern versehen, in der Kühlbox waren Wasserflaschen vorhanden, alles wieder perfekt organisiert. Dieses Mal waren wir mit einem Schweizer Ehepaar unterwegs.

Der Platz war ganz anders als Clovelly. Während dieser als geschlossenes Gelände in einem Tal einen sehr natürlichen Eindruck machte, sind die Bahnen in Pearl Valley ständig auf beiden Seiten von Häusern gesäumt. Dafür war sehr viel Wasser vorhanden, außerdem gab es mal wieder sowohl recht tiefe Bunker (auch als Fairway Bunker), sowie recht ausgedehnte Bunkerflächen zu bewältigen.

Die Bahn 4 war recht interessant, ein Par 5, das mehrmals von einem Bach gequert wurde und dessen Grün dann noch von einem kleinen Teich verteidigt wurde. Oder auch die 13, ein ca. 160m Par 3, mit einem ziemlich langen Wasser rechter Hand, das auch teilweise überquert werden muß und auf dem man sich keinen Slice erlauben darf.

Wie ihr einigen Bildern entnehmen könnt, herrschte dieses Mal kein strahlender Sonnenschein. Der angekündigte Regen beschränkte sicher aber auf zweimal 10 Minuten etwas Nieselregen, nichts, was dieser Region wirklich geholfen hätte.

Die zweite Runde in der Gegend haben wir auf dem De Zalze Wineland Golf Estate gespielt. Dies ist wieder ein Golfplatz, der in ein Real Estate Ressort hineingebaut worden ist (oder auch umgekehrt). Allerdings ist es hier nach unserer Meinung sehr viel besser gelungen. Es ist nicht jede Bahn unmittelbar von Häusern umgeben, an sehr vielen Stellen dieses sehr gelungen Platzes fühlt man sich mitten im Grünen. Doch zurück zum Anfang. Auch hier wurde uns das Golfgepäck schon am Parkplatz abgenommen und in die Carts verladen. Ein Service, den ich in Deutschland wahrscheinlich wieder vermissen werde. Zum ersten Mal konnten wir aufgrund der mittäglichen Startzeit auch so rechtzeitig am Platz sein, daß Zeit für einen Besuch der Driving Range (die etwas klein geraten ist, dafür aber mit schön aufgestapelten Bällen aufwartet) und für einen Kaffee vorweg.
    
Der Starter in de Zalze ist wegen seiner netten Ansprache schon eine kleine Sehenswürdigkeit für sich. Mit einem Bogey fing die Runde auch ganz ordentlich an. Das Putten lief heute trotz der schnellen Grüns recht ordentlich. GameGolf errechnete 1.82 Putts pro Loch. Die ersten 5 Bahnen wechselten dann immer zwischen Bogey und Doppelbogey hin und her. An der 6 landete ich dann nach dem Abschlag etwas abseits der Bahn und suchte auch noch beide Fairwaybunker auf.  Die nächste Katastrophe ergab sich dann an der 9. Vielleicht aufgrund des Einspielens hatte ich an der 9 immer noch meinen ersten Ball. Dann die 9, ein eigentlich einfaches und kurzes Par 3 mit 130m Länge, allerdings rechts viel Wasser und ein kleiner Graben vor dem Grün. Mein erster Ball war nur wenig zu kurz und wenig zu weit rechts und sprang vom Hang weg ins Wasser. Dorthin ging der zweite direkt, gefolgt vom dritten von der Dropping Zone. Ein teures und gestrichenes Loch. Gut, daß dann das Halfway folgte. 

Zum obligatorischen Halfway war meine Meinung noch, daß de Zalze klar zwischen Clovelly und Pearl Valley liegen würde. Mit einigen interessanten Bahnen auf den back nine konnte sich dieser Platz meiner Meinung nach aber noch sehr dicht an Clovelly heran schieben. Besonders spektakulär sind nach meiner Meinung die Inselabschläge an der 13. Die Bahn hat zwar nur 240m Luftlinie, aber in der direkten Richtung bräuchte man 230m Carry. Da stand ich also vor der riesigen Menge Wasser und mußte mir überlegen, welche Richtung ich mir am ehesten zutraue. Leider war ich zu zurückhaltend und landete mit dem Abschlag schon fast auf dem Nachbarfairway. Dadurch kam ein Baum in den Weg, der den zweiten Schlag ins Grün stoppte und mir "nur" das Bogey lies. 
    
Schön war auch die 17, ein 514m Par 5, dessen Dogleg durch einen Hügel "versperrt" wurde. Der zweite Schlag erfolgte dann blind über diesen Hügel. Vor dem Grün dann noch ein gemeiner Bach, der zum Vorlegen zwingt. Daher trotz für mich fehlerfreien Spiels wieder nur ein Bogey. Und zum Schluß noch die 18 mit einer Hammabschlagposition, deutlich erhöht über dem Fairway, sehr beeindruckend. Doch auch hier schlich sich wieder ein Baum in den Weg, der meinen Ball bösartig behinderte und wieder nur ein Bogey zuließ.
    
Der Platzzustand war trotz der Trockenheit sehr ordentlich, die Grüns top (und schnell). Der Bunkersand war recht hart, so daß die Bälle eigentlich immer eine perfekte und leicht spielbare Lage hatten. Zum Abschluß noch eine Pizza im Clubhaus (welches gigantische Ausmaße hat) und ein weiterer perfekter Golftag war zu Ende.

Von Stellenbosch fuhren wir über Cap Algulas, den südlichsten Punkt Afrikas, nach Mossel Bay. Die Übernachtung in Mossel Bay diente eigentlich nur dazu, um um 8 Uhr morgens rechtzeitig zum Abschlag in Pinnacle Point zu sein.

Tja, was soll ich nun über Pinnacle Point schreiben. Zunächst einmal das einfache: Die in Südafrika übliche perfekte Organisation und vorbildlicher Service. Und es ist auch in ein Ressort hineingebauter Platz (bzw. umgekehrt). Um auch noch etwas negatives zu finden: Die Driving Range ist ziemlich weit vom Clubhaus/Pro Shop entfernt und verhindert damit bei zu knapper Anreise jegliches Einschlagen.

Aber jetzt zum Positiven: Nahezu jeder Bahn ist einfach nur umwerfend. Während einem auf den meisten Plätzen ein oder zwei besondere Bahnen in Erinnerung bleiben, so ist es hier eher umgekehrt. Auf der Bahn 14 (wenn ich mich recht erinnere) sagte mein Spielpartner zu mir, daß sei jetzt die erste Bahn, die nicht in irgendeiner Hinsicht spektakulär sein, sondern einfach nur "normal". Das gleiche traf dann auch noch auf die 15 zu. Die restlichen Bahnen waren sowohl vom Ausblick als auch von Design her einfach nur genial. Der Pinnacle Point Golfplatz liegt an einer Steilküste oberhalb des Indischen Ozeans und an nahezu allen Bahnen wird aber durch den phantastischen Ausblick abgelenkt. Eigentlich müßte man den Platz vor dem ersten Spielen einmal nur zum Anschauen, Bestaunen und Fotografieren ablaufen.

Am Montag bei unserer Runde waren die Bedingungen zum Spielen ideal. 25° und nur wenig Wind. Wir trafen später einen Engländer, der uns erzählte, er habe den Platz einmal bei starkem Wind spielen müssen, dann wird der Platz wahrscheinlich unspielbar. Was den Platz so schwierig macht, ist neben der ständigen Ablenkung durch die Aussicht vor allem die vielen Schräglagen. Selbst wenn man den Abschlag perfekt am rechten Rand des Fairways platziert, dann kann der Ball leicht bis an den linken Rand herunter rollen. Und dann wird das Spielen richtig schwierig. Und statt des bei uns üblichen Roughs wächst hier ein dichtes Gebüsch. Davor dies zu Betreten wird wegen des Schlangengefahr überall gewarnt. Wenn man es aber dennoch machen sollte, dann würde man aber eh keinen Ball finden. Und wenn man ihn doch finden würde, dann könnte man ihn sicher nicht spielen.

Der Platz bietet 5 verschiedene Abschlagpositionen, von denen bei unserem Besuch aber nur die vorderen drei bestückt waren. Ich habe von Gelb gespielt, das war die zweitkürzeste Version. Was das in Metern bedeutet, kann ich jetzt gar nicht sagen.

Für den, der noch nicht genug hat, hier noch ein Video (nicht von mir).

Zusammenfassend: Es ist der spektakulärste und schönste Platz, den ich bislang gespielt habe! Absolut genial und stellenweise wirklich herausfordernd!

Danach fuhren wir weiter nach Wilderness (bei George) und übernachteten zweimal im Ocean View Guest House. Leider hatte ich schon letztes Jahr im August nicht mehr als zwei Nächte hier buchen können. Den nächsten Urlaub in der Gegend würde ich wahrscheinlich nur um die Verfügbarkeit eines Zimmers hier organisieren. Das Haus liegt direkt am Strand zum Indischen Ozean. Von jedem Zimmer aus einen fantastischen Blick auf den Ozean. Besser als jedes Fernsehprogramm. Auch wieder ein super Frühstücksbuffet, super Service.

Ohne Golfen ging es dann weiter nach Knysna ins Double Dutch B&B, geführt von einem niederländischen Pärchen. Sehr liebevoller Empfang, auch eine empfehlenswerte Unterkunft.

Von Knysna aus sind wir ins nahe gelegene Simola gefahren. Auch Simola gehört zu einem Real Estate und ist wie Pearl Valley von Jack Nicklaus designt. Ich habe aber jetzt nicht auf irgendwelche Gemeinsamkeiten geachtet. Nun haben wir ja kürzlich Pinnacle Point gespielt, und nach diesem Platz kann eigentlich kaum noch einer anderer Kurs bestehen. Außerdem was der Himmel heute recht grau, so daß eine Bewertung von Simola nur unfair ausfallen kann. Trotz seiner Lage in einem Ressort fühlt man sich in Simola sehr im Grünen, eine Bebauung fällt kaum auf. Der Platz ist extrem hügelig. Ohne Cart wären hier die Wege zwischen den Bahnen kleinere Wanderungen geworden. Mehrere Abschläge liegen deutlich erhöht, andererseits sind auch viele Grüns gegenüber dem Fairway deutlich erhöht. Dazu kommen auch wieder viele hängende Fairways, so daß auch vermeintlich gut geschlagene Bälle erst in sehr verzwickten Lagen zum Halten kommen. Die Grüns waren wieder äußerst schnell, bei kurz gesteckten Fahnen liegt der Ball dann ganz schnell am falschen Ende des Grüns. So viele Drei-Putts wie heute hatte ich schon lange nicht mehr.

Trotzdem ein schöner, gut gepflegter und anspruchsvoller Platz, dem aber das Besondere irgendwie fehlt.  Wir spielten den Platz mit einem englischen Paar, daß die letzte seiner 14 Golfrunden in 21 Tagen absolvierte. In diesem Fall ist ein Golfurlaub in Südafrika verglichen mit einem auf Mallorca wahrscheinlich sogar die deutlich billigere Alternative.

Nach Knysna mussten wir einen kurzen Abstecher nach Port Elizabeth machen, um unseren Sohn einzusammeln, der zwar gerne mal nach Südafrika kommen wollte, um wilde Tiere anzuschauen, aber keinen Bock auf Golfen hatte. Unverständlich, so etwas. Mit ihm ging es dann zurück nach Jeffrey's Bay in Jeffrey's Beach House, dem einzigen Reinfall, was unsere Unterkünfte betraf. Das hatte doch eher etwas von einer Backbacker's Absteige. Dafür hatten wir da noch mal eine lustige Surfstunde und einen Ausritt am Strand.

Den Safariteil unseres Urlaubs erledigten wir sowohl im Addo-Elephant-Park, einem staatlichen Nationalpark, und im Kariega Game Reserve, einem privaten Wildtierpark. Die Unterkunft im Elephant House nahe beim Addo war wieder erstklassig. Eine Riesenappartement, Privatpool und super Essen. Auch der Safariausflug am folgenden Tag war wirklich gelungen.

Im Gegensatz zum mehr als 160.000 ha großen Addo ist das Kariega Game Reserve mit 13.000 ha deutlich kleiner, aber auch deutlich "intimer". Während im Addo, da er auch für Privatautos offen ist, an der lohnenden Stelle oft Dutzende von Pkw standen, waren es im Kariega immer nur maximal zwei Jeeps. Dadurch waren die Begegnungen mit den Tieren noch "intimer". Auch hier war die Unterkunft wieder erstklassig.

Die letzte Nacht verbrachten wir dann in Port Elizabeth, von wo wir wieder nach München zurückflogen. Nach der Ankunft in Port Elizabeth noch eine schnelle 9-Loch-Runde im Golfclub Port Elizabeth gespielt. Der eigentlich von mir favorisierte Humewood Golfclub war leider wegen Platzpflegemaßnahmen gesperrt, so wichen wir nach kurzer Recherche zum nahegelegenen Port Elizabeth Golf Club aus. Dieses ist der zweitälteste Golfclub Südafrikas, und das merkt man ihm auch an.

Im Eingangsbereich hängt ein leicht vergilbtes Photo von Gary Player. Wahrscheinlich hat er hier mal eine neue Bahn eröffnet oder die Patenschaft für das Puttinggrün übernommen. Daneben hängen die leicht verblassten Holztafeln mit den Namen der vergangenen Clubmeister. Die Driving Range ist etwas verschämt in der Nähe der Einfahrt untergebracht. Der uns sonst in Südafrika so willkommen gewordene Full-Service fehlt hier vollkommen, das ist dann eine erste Vorbereitung auf das Spielen in Deutschland.

Der Platz selber könnte eigentlich ganz nett sein, wäre der Zustand der Fairways etwas besser. Natürlich war der Sommer sehr lang und trocken, alle anderen Plätze haben das aber besser hinbekommen. Die Grüns, da kann man nicht meckern, waren tadellos. Bei den verlangten Greenfees von ca. 25€ für 18 Loch (und ca. 30€ für 2 x 9 Loch + Cart) ist aber wahrscheinlich auch zu den südafrikanischen Billiglöhnen für Greenkeeper nicht mehr drin.

Für die Interessierten hier einige Bilder:
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exbritania, HansDampf, Szymmi, Toddy
#14
klasse Bericht, vielen Dank !
anTon-art Fotografie - Frauen als Blumen auf der Wiese des Lebens.
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