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Schäfte
#1
In diesem Faden soll es Rund um das Thema Schäfte gehen. Schaftmaterial, Gewicht, Biegeprofile, hard stepping / soft stepping, constant weight, parallel tip, taper tip, ... Jeder Forist kann, darf und soll hier seine Erfahrungen, sein Wissen und seine Fragen zu Schäften anbringen. Diese dürfen auch mit Links zur weiteren Lektüre, zur Vertiefung oder zum besseren Verständnis versehen werden - nicht gewünscht sind reine Link-Posts, ohne eine Beschreibung dessen was einen in dem Link erwartet.

Schaftgewicht

Gemeinhin wird der Schaft fälschlicherweise als Motor bezeichnet, doch eigentlich ist er, um im Autojargon zu bleiben, das Getriebe. Er verbindet uns, den Golfer, die Kraftquelle, also den Motor, mit dem Schlägerkopf, der letztendlich den Ball trifft und selbigen auf die Reise schickt. Sein Gewicht, auch wenn der Schlägerkopf z.T. deutlich schwerer ist, bestimmt maßgeblich unser Schwunggefühl und gleichzeitig unseren Schwungrhythmus.
Ist er zu schwer, fängt man automatisch vom Start weg an zu arbeiten: Der Takeaway wird gerissen, die Masse will schließlich bewegt werden. Die Beschleunigung durch den Ball wird mit (zu) viel Kraftaufwand erzwungen. Dies führt über eine gesamte Runde gesehen zu einer schnelleren Ermüdung des Spielers und auf den letzten Löchern erlebt man einen Einbruch. Kraft weg, Konzentration weg, Schlaglänge weg.
Nun könnte man sagen, gut, nehme ich einen besonders leichten Schaft. Der lässt sich ohne großen Kraftaufwand beschleunigen und auch am Ende der Runde hat man noch die Power für richtig weite Schläge. Theoretisch ist dies auch richtig. In der Praxis lässt ein zu leichter Schaft jedoch das Gefühl im Schwung vermissen. Zudem weiß nicht nur BMW seit langer Zeit: Power is nothimg without control.
Für die Freude am Schlagen gilt demnach: So leicht wie möglich, so schwer wie nötig.

Die Schaftgewichte bewegen sich von extrem leichten Schäften von unter 50g bis hin zu 130g. Im Segment der Driver und Fairwayhölzer kommen Gewichte von über 90g quasi nicht mehr vor, wenngleich es noch schwerere Schäfte gibt. Die meisten Driverschäfte wiegen zw. 50g und 70g, Fairwayschäfte werden dann gerne 10g schwerer gewählt. Bei Hybriden wird, wie bei Eisen auch, die gesamte Gewichtspalette genutzt. Bei Wedges wird i.d.R. ein Standardschaft mit 120 - 125g verwendet - dies wird später noch ein Thema werden.

Schaftmaterialien

Klassisches Material für den Eisenschaft ist Stahl. Mit diesem Werkstoff lassen sich inzwischen sogar Schaftgewichte von knapp über 70g realisieren (Nippon Shaft N.S. Pro Zelos7). Im Bereich der Driver und Fairwayhölzer haben sich Graphitschäfte endgültig durchgesetzt und auch bei den Eisen wird dieses Material immer häufiger eingesetzt; meist dann, wenn der Schaft leicht und weich sein soll. Auch Hybriden werden zum größten Teil nur noch mit Graphitschäften ausgeliefert. Neben diesen beiden "Extremen" gibt es auch eine Mischform: Kombinationen aus Graphit und Stahl. Der inzwischen bekannteste Hersteller, dessen Schäfte auch von US PGA Tour Pros gespielt werden, ist Aerotech Golf Shafts. Selbst bezeichnen sie ihre Schäfte zwar als Graphitschäfte, doch streng genommen ist es kein reiner Graphitschaft, sondern ein Hybridschaft.
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#2
Danke für den, für mich, interessanten ThreadWink!
Ist doch für den "Normalgolfer" der sich nicht näher mit dem Thema befasst dies eine neue Welt.
Kennt er doch nur meist die klassischen und in OEM verbauten Standartschäfte.

Der Schwung und die SKG sind jedoch individuell, da sollte der Schaft auch passen und kein Kompromiss sein.


Grüße,
Wolfgang
Lieber ein schöner Tag auf dem Golfplatz - als ein schlechter Tag im Büro
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#3
Interessant (für mich, dem bislang jede Theorie zu Golfschlägern fehlt)

(07.12.2015, 21:34)HansDampf schrieb: Schaftgewicht
Sein Gewicht, auch wenn der Schlägerkopf z.T. deutlich schwerer ist, bestimmt maßgeblich unser Schwunggefühl und gleichzeitig unseren Schwungrhythmus.

Das ist das erste, was mich überrascht. Dr schwerere Kopf hat auch noch den längeren Hebel, wen sollten dann schon ein paar Gramm Gewichtsunterschied im Schaft stören? Ich hätte allenfalls einen Einfluß der Elastizität erwartet.

(07.12.2015, 21:34)HansDampf schrieb: Die Schaftgewichte bewegen sich von extrem leichten Schäften von unter 50g bis hin zu 130g. Im Segment der Driver und Fairwayhölzer kommen Gewichte von über 90g quasi nicht mehr vor, wenngleich es noch schwerere Schäfte gibt. Die meisten Driverschäfte wiegen zw. 50g und 70g, Fairwayschäfte werden dann gerne 10g schwerer gewählt. Bei Hybriden wird, wie bei Eisen auch, die gesamte Gewichtspalette genutzt. Bei Wedges wird i.d.R. ein Standardschaft mit 120 - 125g verwendet - dies wird später noch ein Thema werden.

Nächste Überraschung für mich. Verstehe ich das richtig, daß innerhalb der Eisen auch das kürzere Eisen den schwereren Schaft bekommt? Da der dann ja auch kürzer ist, müßte der Schaft dann ja dicker werden oder aus einem anderen Material sein und hätte dann doch komplett andere Eigenschaften?


(07.12.2015, 21:34)HansDampf schrieb: Schaftmaterialien

Klassisches Material für den Eisenschaft ist Stahl. Mit diesem Werkstoff lassen sich inzwischen sogar Schaftgewichte von knapp über 70g realisieren (Nippon Shaft N.S. Pro Zelos7). Im Bereich der Driver und Fairwayhölzer haben sich Graphitschäfte endgültig durchgesetzt und auch bei den Eisen wird dieses Material immer häufiger eingesetzt; meist dann, wenn der Schaft leicht und weich sein soll. Auch Hybriden werden zum größten Teil nur noch mit Graphitschäften ausgeliefert. Neben diesen beiden "Extremen" gibt es auch eine Mischform: Kombinationen aus Graphit und Stahl. Der inzwischen bekannteste Hersteller, dessen Schäfte auch von US PGA Tour Pros gespielt werden, ist Aerotech Golf Shafts. Selbst bezeichnen sie ihre Schäfte zwar als Graphitschäfte, doch streng genommen ist es kein reiner Graphitschaft, sondern ein Hybridschaft.

Wenn sich die Gewichtsbereiche so überlappen (und meiner Erinnerung nach auch die Biegsamkeiten), gibt es dann überhaupt noch eine Zuordnung von Graphit und Stahl zu dem ein oder anderen Spielertyp? Oder kann man für jeden Spieler passende Stahl- und passende Graphitschäfte finden?

Gruß,

-thomas
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Szymmi
#4
Schäfte sind ein abendfüllendes Thema und deswegen finde ich es gut, hier einen entsprechenden Faden aufzumachen. Neben den Köpfen und den Schäften spielen natürlich auch die Griffe eine entscheidende Rolle beim Gesamt- und natürlich auch beim Schwunggewicht der Schläger. Hier reicht die Spannweite inzwischen von 25g (lightweight) bis zu Puttergriffen, die weit über 100g wiegen. Je nach Empfindsamkeit des Spielers, kann er bei einem unbedachtem Griffwechseln Überraschungen erleben.
LG
Hans
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#5
(08.12.2015, 08:21)tgemmer schrieb: Interessant (für mich, dem bislang jede Theorie zu Golfschlägern fehlt)

(07.12.2015, 21:34)HansDampf schrieb: Schaftgewicht
Sein Gewicht, auch wenn der Schlägerkopf z.T. deutlich schwerer ist, bestimmt maßgeblich unser Schwunggefühl und gleichzeitig unseren Schwungrhythmus.

tgemmer schrieb:Das ist das erste, was mich überrascht. Dr schwerere Kopf hat auch noch den längeren Hebel, wen sollten dann schon ein paar Gramm Gewichtsunterschied im Schaft stören? Ich hätte allenfalls einen Einfluß der Elastizität erwartet.

Wenn man den Schaft wechselt, bleibt das Kopfgewicht (zunächst) gleich. Nehmen wir als Beispiel ein Eisen 7 mit 272g Kopfgewicht, 120g Schaftgewicht und 52g Griffgewicht. Alles gebräuchliche Werte und nicht einfach aus der Luft gegriffen. Der Spieler will nun das recht hohe Gesamtgewicht deutlich erleichtern (er wird älter, trainiert nicht mehr so häufig, hatte eine Arm- / Schulterverletzung, ...). Welche realistischen Möglichkeiten hat er? Durch einen Griffwechsel kann er dort leicht einige Gramm sparen. Wie Hans jedoch schon schrieb, muss er bezgl. des Schwunggewichts aufpassen. Nach MOI-Lesart spielt das Griffgewicht nur eine untergeordnete Rolle. Etwa so wie wenn man mal mit Handschuhe / Uhr spielt oder ohne; sprich der Griff gehört nicht zur zu beschleunigenden Masse. Um dem Kopf auch nur wenige Gramm zu entlocken, müsste er aufwendig aufgebohrt werden. 20g, 30g sind da nicht drin (technisch evtl. machbar, aber dann verschiebt sich die Masseverteilung im Kopf und man macht ein ganzes Fass an Folgen auf). Bleibt also nur der Schaft. Er gehört nach MOI-Lesart zur zu beschleunigenden Masse und auch schwunggewichtstechnisch ändert sich etwas bei einigen Schäften. Manche leichtere Schäfte haben daher extra mehr Masse im Tipbereich, um das Schwunggewichtsproblem zu lösen.

Ob ein Spieler 5g Schaftgewichtsunterschied oder erst 30g spürt und wie er auf den Unterschied reagiert, ist von Spieler zu Spieler unterschiedlich und muss ausprobiert werden. Darum ja auch mein Leitspruch: "So leicht wie möglich, so schwer wie nötig."
Für die erste Selbsterfahrung kann man sich lange Stahlnägel besorgen und direkt unterhalb des Griffs mit Klebeband am Schaft fixieren.

(07.12.2015, 21:34)HansDampf schrieb: Die Schaftgewichte bewegen sich von extrem leichten Schäften von unter 50g bis hin zu 130g. Im Segment der Driver und Fairwayhölzer kommen Gewichte von über 90g quasi nicht mehr vor, wenngleich es noch schwerere Schäfte gibt. Die meisten Driverschäfte wiegen zw. 50g und 70g, Fairwayschäfte werden dann gerne 10g schwerer gewählt. Bei Hybriden wird, wie bei Eisen auch, die gesamte Gewichtspalette genutzt. Bei Wedges wird i.d.R. ein Standardschaft mit 120 - 125g verwendet - dies wird später noch ein Thema werden.

tgemmer schrieb:Nächste Überraschung für mich. Verstehe ich das richtig, daß innerhalb der Eisen auch das kürzere Eisen den schwereren Schaft bekommt? Da der dann ja auch kürzer ist, müßte der Schaft dann ja dicker werden oder aus einem anderen Material sein und hätte dann doch komplett andere Eigenschaften?

Damit sprichst Du das Stichwort "constant weight" aus dem Eingangsbeitrag an. Es gibt Schäfte, die wiegen in jedem Eisen gleich viel. Ihr Gewicht bleibt im Satzverlauf also konstant. Andere Schäfte, i.d.R. ungekürzte Schäfte mit parallel Tip, die zum Einbau nicht nur auf Länge geschnitten werden müssen, sondern auch erst noch im Tipbereich für das dazugehörige Eisen gekürzt werden müssen (Fachjargon "tip trim"), werden im Satzverlauf zu den Wedges hin leichter, weil ja mehr Material abgeschnitten wird als beim langen Eisen. Es gibt aber auch Schaftmodelle, die im Satz den umgekehrten Weg gehen und in den langen Eisen leichter sind als in den kurzen.


(07.12.2015, 21:34)HansDampf schrieb: Schaftmaterialien

Klassisches Material für den Eisenschaft ist Stahl. Mit diesem Werkstoff lassen sich inzwischen sogar Schaftgewichte von knapp über 70g realisieren (Nippon Shaft N.S. Pro Zelos7). Im Bereich der Driver und Fairwayhölzer haben sich Graphitschäfte endgültig durchgesetzt und auch bei den Eisen wird dieses Material immer häufiger eingesetzt; meist dann, wenn der Schaft leicht und weich sein soll. Auch Hybriden werden zum größten Teil nur noch mit Graphitschäften ausgeliefert. Neben diesen beiden "Extremen" gibt es auch eine Mischform: Kombinationen aus Graphit und Stahl. Der inzwischen bekannteste Hersteller, dessen Schäfte auch von US PGA Tour Pros gespielt werden, ist Aerotech Golf Shafts. Selbst bezeichnen sie ihre Schäfte zwar als Graphitschäfte, doch streng genommen ist es kein reiner Graphitschaft, sondern ein Hybridschaft.

tgemmer schrieb:Wenn sich die Gewichtsbereiche so überlappen (und meiner Erinnerung nach auch die Biegsamkeiten), gibt es dann überhaupt noch eine Zuordnung von Graphit und Stahl zu dem ein oder anderen Spielertyp? Oder kann man für jeden Spieler passende Stahl- und passende Graphitschäfte finden?

Gruß,

-thomas

Heutzutage kann man quasi für jeden Spieler passende Stahl- und Graphitschäfte finden. Natürlich sind am oberen und unteren Gewichtsspektrum Grenzen, aber das liegt vor allem daran, dass z.B. kein Spieler der einen Schaft mit weichem Tipbereich braucht, einen 120g Schaft wählen wird.
Graphitschäfte haben den großen Vorteil, dass man sie inzwischen ebenso hart wie Stahlschäfte bauen kann und sie gleichzeitig deutlich leichter sind und sich nicht wie ein Brett anfühlen oder man sich bei schlechten Treffern fragt ob nun die Handwurzelknochen gebrochen sind. Wink
Aber auch im Stahlbereich gibt es wie erwähnt Fortschritte (Zelos7).
Sehr interessant ist auch der schon erwähnte Steelfiber Schaft. Ihn gibt es in 70g, 80g, 95g, 110g und 125g. Neben der constant weight Variante dieses Schafts kann man sich so auch sein eigenes Set zusammenstellen, z.B. lange Eisen 80g, mittlere Eisen 95g, kurze Eisen 110g und Wedges 125g. Oder einen leichten constant Satz in 70g und die Wedges dazu in 80g oder 95g.
Nippon Steel z.B. bietet mit dem N.S. Pro Modus³ Wedge auch drei spezielle Wedgeschäfte in 105g, 115g und 125g an. Je nach Schaftgewicht in den Eisen wird man auch hier passend fündig.
Ein hoch interessanter Graphitschaft ist seit diesem Jahr von Mitsubishi Rayon auf dem Markt: OT Irons. Auch dieser Schaft wird in drei Gewichtsklassen angeboten.
Stahlschaftmodelle in mehreren Gewichtsklassen mit gleichem oder sehr ähnlichem Biegeprofil sind z.B. Nippon Modus³, Nippon GH-Serie, True Temper XP-Serie.
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Szymmi
#6
(08.12.2015, 15:26)HansDampf schrieb: Ein hoch interessanter Graphitschaft ist seit diesem Jahr von Mitsubishi Rayon auf dem Markt: OT Irons. Auch dieser Schaft wird in drei Gewichtsklassen angeboten.
Stahlschaftmodelle in mehreren Gewichtsklassen mit gleichem oder sehr ähnlichem Biegeprofil sind z.B. Nippon Modus³, Nippon GH-Serie, True Temper XP-Serie.
Ein nicht ganz unwichtiger Punkt ist ja das liebe Geld. Ich habe nur kurz in der Bucht recherchiert, die OT-Schäfte für die Eisen liegen, wie ich es schon befürchtet hatte, bei knapp unter 100 Dollar pro Stück. Das ist, denke ich, heute noch der größte Unterschied. Die OEMs verbauen da Massengraphitware für unter 10 Dollar pro Schaft, die gute Clubmakerware kostet gleich ein vielfaches.
Natürlich sind die sehr leichten Stahlschäfte wie der Modus 3 oder NS PRO 750 auch mit gerade Sonderangebote, aber man bekommt doch für relativ kleines Geld recht gute Stahlschäfte, wie z.B. von der KBS-Mutter FST.
Zu den Gewichten, dass muss man wirklich selbst erfüllen, ich habe erst Unterschiede im vollen Schwung ab 10g bemerkt. An anderer wichtiger Punkt ist das Biegeprofil. Ob man im Treffmoment den gewissen Kick spürt oder ob sich der Schaft tot oder brettig anfühlt, hängt dann auch damit zusammen, ob das jeweilige Biegeprofil zum Schwung des Spielers passt oder nicht.
Ja, mit diesem Thema öffnet man wieder die Büchse der Pandora, aber Spaß macht es trotzdem.
LG
Hans
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HansDampf
#7
Hans, meine Zustimmung, es macht Spaß!
Nutze ich doch immer die Gelegenheit wenn mich mein Weg zu HD führt Schäfte auszuprobieren.
Eigentlich schade, das nicht jeder Golfer vor dem Kauf die unterschiedlichsten Schäfte testen kannSad!
Es würde sicher helfen manchen Fehlkauf zu vermeiden!

Alleine der gefühlte Unterschied ist enorm, und hat man es nicht selbst getestet beinahe unglaublich!
Das Ergebnis ist bisher für mich beruhigend ausgefallen, die von HD in meinen ersten gebauten Eisensatz verbauten Schäfte sind für meine SKG und Schwung immer noch unschlagbar. Will sagen einmal richtig beraten und dann investiert lässt den "HWV" nur noch bei schönen Köpfen erwachenWink!

L.G.
Wolfgang
Lieber ein schöner Tag auf dem Golfplatz - als ein schlechter Tag im Büro
[Bild: 0684761001456433828.png]
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#8
Flex, Frequenz, Biegeprofil

Hans hat das Biegeprofil schon angesprochen, ich möchte dazu etwas weiter ausholen.
Als Otto-Normal-Golfer bekommt man es als erstes mit dem Schaftflex zu tun. Der ist wunderbar einfach in L, A, R, S, X aufgeteilt. L ist für Ladies, also besonders weich und X steht für extra stiff, also besonders steif. Der späte Beginner spielt R-Flex, der sportliche Typ greift zum S-Flex. Soweit so einfach und doch nichtssagend. Denn es gibt keine Norm bezüglich des Schaftflex. Was bei Hersteller A noch R-Flex ist, nennt Hersteller B schon S-Flex.
Beschäftigt sich Otto-Normal-Golfer nun etwas stärker mit der Materie, stößt er schnell auf den Begriff "Frequenz". Damit soll man Schäfte und ihre Steifigkeit viel besser einordnen und vergleichen können. Wie wird die Frequenz eines Schafts gemessen? Dazu spannt man den Schaft am hinteren Ende in eine Messvorrichtung ein und versetzt ihn in Schwingung. Heraus kommt ein Wert, der in cpm (Schwingungen pro Minute) angebenen wird. Je größer der Wert, um so härter ist der Schaft und wenn zwei Schäfte die gleiche Frequenz haben, sind sie auch gleich hart. So zumindest die einfache Interpretation der Messdaten. Ein Schaft besteht nun nicht nur aus seinem Endstück, sondern auch aus einem Mittelteil und dem Tipbereich, also die Spitze zum Schlägerkopf hin.
Und damit sind wir auch schon beim Biegeprofil und warum die reine Butt-Messung immer noch keine Vergleichbarkeit zweier verschiedener Schäfte zulässt. Zur Veranschaulichung habe ich eine Grafik mit drei Schäften aus Tom Wishons Shaft Profiling Software erstellt. Alle drei Schäfte stammen vom selben Hersteller und weisen nahezu identische Frequenzen im hinteren Teil des Schafts auf. Also die klassische Frequenzmessung am Butt und der folgend müssten sich die drei Schäfte gleich steif anfühlen. Dies ist jedoch mitnichten der Fall. Bereits im mittleren Teil des Schafts sieht man, wie sich das Modell "Ahina" von den beiden anderen Schäften abhebt. Noch deutlicher wird es im Tipbereich. Beim Ahina steigt der Graph nicht nur auf den höchsten Endwert, er steigt auch am steilsten an. Die Modelle "Kaili" und "Ilima" unterscheiden sich kaum, aber im Tipbereich dann doch.

   

(08.12.2015, 18:26)Szymmi schrieb:
(08.12.2015, 15:26)HansDampf schrieb: Ein hoch interessanter Graphitschaft ist seit diesem Jahr von Mitsubishi Rayon auf dem Markt: OT Irons. Auch dieser Schaft wird in drei Gewichtsklassen angeboten.
Stahlschaftmodelle in mehreren Gewichtsklassen mit gleichem oder sehr ähnlichem Biegeprofil sind z.B. Nippon Modus³, Nippon GH-Serie, True Temper XP-Serie.
Ein nicht ganz unwichtiger Punkt ist ja das liebe Geld. Ich habe nur kurz in der Bucht recherchiert, die OT-Schäfte für die Eisen liegen, wie ich es schon befürchtet hatte, bei knapp unter 100 Dollar pro Stück. Das ist, denke ich, heute noch der größte Unterschied. Die OEMs verbauen da Massengraphitware für unter 10 Dollar pro Schaft, die gute Clubmakerware kostet gleich ein vielfaches.

Ja, das ist richtig. Ein state-of-the-art Graphitschaft hat seinen Preis. Allerdings gibt es ja auch Graphitschäfte die qualitativ deutlich besser sind als die Massenware und trotzdem keine 100$ pro Stück kosten. Hinzu kommt dann auch noch die Art des Einbaus, die zumindest gewisse Produktionstoleranzen ausgleichen kann. In der Massenfertigung ist das aus Kostengründen jedoch nicht möglich, aber damit öffnen wir die nächste Büchse, also bleiben wir lieber nur bei der reinen Hardware und lassen den Schlägerbau außen vor.

Zitat:Natürlich sind die sehr leichten Stahlschäfte wie der Modus 3 oder NS PRO 750 auch mit gerade Sonderangebote, aber man bekommt doch für relativ kleines Geld recht gute Stahlschäfte, wie z.B. von der KBS-Mutter FST.

Das sehe ich genauso. Die FST Schäfte, die ich übrigens in der Modellversion Pro selbst in meinem "Alltagssatz" spiele, besitzen ein hervorragendes Preis-Leistungsverhältnis und lassen sich gut verbauen. An die Qualität und das Schlaggefühl (auch wenn das subjektiv ist) eines Nippon Zelos7 oder Modus³ Schafts kommen sie jedoch nicht heran.


Zitat:Zu den Gewichten, dass muss man wirklich selbst erfüllen, ich habe erst Unterschiede im vollen Schwung ab 10g bemerkt. An anderer wichtiger Punkt ist das Biegeprofil. Ob man im Treffmoment den gewissen Kick spürt oder ob sich der Schaft tot oder brettig anfühlt, hängt dann auch damit zusammen, ob das jeweilige Biegeprofil zum Schwung des Spielers passt oder nicht.
Ja, mit diesem Thema öffnet man wieder die Büchse der Pandora, aber Spaß macht es trotzdem.

Gut, dass Du das Thema Biegeprofil ansprichst. Das habe ich dankend aufgenommen. Smile
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Szymmi, tgemmer
#9
(08.12.2015, 20:15)exbritania schrieb: Nutze ich doch immer die Gelegenheit wenn mich mein Weg zu HD führt Schäfte auszuprobieren.
Eigentlich schade, das nicht jeder Golfer vor dem Kauf die unterschiedlichsten Schäfte testen kannSad!
Es würde sicher helfen manchen Fehlkauf zu vermeiden!
Ja, da stimme ich Dir voll zu. Da informierst Du dich im Netz über den KBS Tour oder Modus3, denkst, die beiden Schäfte könnten passen, dann probierst Du sie beim Fitter aus und sie passen überhaupt nicht für dich. Das gleiche gilt für Kopfdesigns, nicht alles, was hübsch ist, funktioniert bei mir.
Na ja, ich fahre am Wochenende mal wieder in den Süd-Westen der Republik und besuche den Fitter meines Vertrauens. Eigentlich möchte ich nur meinen Putter optimieren, aber man weiß ja nie, was noch so alles in der Werkstatt rumsteht und darauf wartet, ausprobiert zu werden...
LG
Hans
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#10
Stahl - Graphit - Gewicht - Biegeprofil

Wie schon angesprochen, können Graphitschäfte ein ebenso steifes Biegeprofil besitzen wie ein deutlich schwererer Stahlschaft. Zum Vergleich der Standardstahlschaft schlechthin, der True Temper Dynamic Gold, und zwei leichtere Aerotech Steelfiber Schäfte. Die Gewichtsunterschiede betragen 35g bzw. 40g. Wahrscheinlich ist der Aerotech Steelfiber deshalb bei Playing Pros z.Zt. so beliebt. Er kombiniert das gewohnte Biegeprofil (sehr viele, wenn nicht gar die meisten Tourspieler sind mit dem DG Schaft groß geworden und sind ihn und seine Rückmeldung gewohnt) mit deutlich weniger Gewicht.

   
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